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Weinrebe

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Neben der Anlage, Pflege und Gestaltung des Weinbergs, der Auswahl der Rebsorten und den Vorzügen des Terroirs ist die Erziehung - also das Ausrichten und Befestigen der Reben - von wesentlicher Bedeutung für die Qualität des Weins. Es gab und gibt folgende Haupt-Erziehungsformen:
Kriechende Reben: Die Reben werden in ihrem Wuchs nicht oder nur gering beeinflusst. Sie kriechen freiwachsend am Boden. Auf diese Weise wird beispielsweise auf Santorin noch heute Wein angebaut: Die Reben werden dicht am Boden erzogen und zu zylinderartigen Körben gebildet[1]. Dadurch trotzen die Reben den starken Winden und die Trauben werden geschützt. Auch die Wasserarmut der Insel schadet den Reben nicht, die auf dem durchlässigen Vulkanboden tief wurzeln und durch die Erziehungsform besonders gut Feuchtigkeit speichern können.
Heckenerziehung: Bei dieser Erziehungsform werden die wachsenden Triebe nach oben gebunden. Auch hier erhält die Rebe kein Unterstützungsmaterial. Die Rebe erinnert stark an Johannisbeerbüsche[2].
Baumerziehung: Die Rebe ist eine Schlingpflanze, die Wildreben wachsen an Bäumen und breiten ihre Blätter über den Baumkronen aus. Diese natürliche Wuchsart machten sich die Völker zu eigen, die mit der Kultivierung von Wein begannen. Dabei ließen sie jedoch die Reben nicht über die Baumkrone hinauswachsen, weil die Trauben in dieser Höhe nur noch schwer geerntet werden konnten, sondern spannten die wachsenden Triebe in Überkopfhöhe von Baum zu Baum, so dass diese Girlanden bildeten.[3]
Pfahlerziehung: Jeder Rebstock wird mit einem einzelnen Pfahl gestützt. Diese Erziehungsform wird hauptsächlich in steilen Lagen angewendet. [4]
Kammertbau: Bei dieser schon von dem Römern verwendeten Erziehungsform werden auf vier senkrecht angeordnete Pfähle Balken gelegt, so dass eine Art Kammer entsteht. [5] Diese historische Erziehungsart mit den Abwandlungen als geschlossener [6] oder offener [7] war noch Anfang des 20. Jahrhunderts im deutschen Weinbau, zum Beispiel in der Rheinpfalz, verbreitet[8]. Eine Verbesserung des Kammertbaus stellen die Niedere Pfälzer Erziehung[9] sowie die Verbesserte niedere Pfälzer Erziehung [10] dar, bei denen nicht mehr mit Holz, sondern mit Sandstein, Draht und Eisen gearbeitet wird. Letztere stellt die Urform der heutigen Spalierdrahtrahmenerziehung dar.
Pergola: Die Pergola ist eine Form der Laubenerziehung, jedoch eher als Laubengang[11]. Die Basis einer Pergola kann ein einziger Weinstock sein, der sich über die Konstruktion aus Holz, heutzutage aber auch aus Metall oder Draht, rankt.
Spalierdrahtrahmenerziehung ist das heutzutage in Deutschland dominierende Erziehungssystem. Es kennt verschiedene Unterarten, die wiederum in der Anzahl, Anbringungshöhe und Anbringungsart der Drähte diverse Unterschiede aufweisen:
Halbbogenerziehung: Dabei ist der Weinberg in Zeilen eingeteilt und das unterstützende Drahtgerüst entweder unbeweglich oder beweglich angebracht[12].
Flachbogen- oder Pendelbogenerziehung[13]
Zapfenschnitt[14]
Umkehrerziehung: Hier wachsen die Reben der Schwerkraft folgend nach unten[15]. Diese moderne Art der Erziehung konnte sich jedoch noch nicht durchsetzen.
Offene Lyraerziehung: Dies ist eine in Frankreich entwickelte moderne Erziehungsforum. Durch die Zweiteilung der Laubwand gelangt mehr Sonnenlicht in die inneren Blattschichten, diese assimilieren dadurch stärker und können bei gleichem oder mehr Ertrag mehr Zucker und Energie liefern[16]. (Quelle: WIKIPEDIA / http://de.wikipedia.org/wiki/Weinstock )